Dienstag, 30. August 2011

Rückflug: Asien von oben



27.08

Der Rückflug bei Tag hat den Vorteil, dass man einen großen Teil von Asien und Europa von oben betrachten kann. Kaum haben wir die chinesische Smog-Glocke hinter uns gelassen, haben wir eine wirklich gute Aussicht auf hohe Berge, Wüsten und Seen. Eine detaillierte Landkarte wäre jetzt nicht schlecht!

China : Wir testen die Hongkonger Verkehrsmittel



26.08

Der Nahverkehr in Hongkong ist vorbildlich: Es gibt zahlreiche öffentliche Verkehrsmittel, die nicht nur häufig fahren, sondern auch noch (für uns) preiswert sind. Etwa die alte Doppeldecker-Straßenbahn: für 25 Ct gelangt man quer über Hongkong Island, zudem hat man von oben eine prima Aussicht. Erstaunt stellen wir fest, dass die Baugerüste an den Häusern aus Bambusstangen bestehen. In einem edlen Wolkenkratzer (Central Plaza) nehmen wir den Aufzug in den 46. Stock, wo riesige Fenster einen Rundumblick ermöglichen. Dann gibt es noch die Möglichkeit, mit Hilfe einer langen Reihe von Rolltreppen zum höher gelegenen Teil der Insel zu gelangen. Zurück kommt man dann allerdings nur zu Fuß - wir machen einen Abstecher durch Zoo und Botanischen Garten, eine kleine, aber sehr gepflegte Parkanlage. Mit der alten Fähre (Star Ferry) sind wir schon gestern über das Wasser geschippert. Auf der anderen Seite (Kowloon) flanieren wir die Avenue of Stars entlang, Eigentlich würden wir uns gern mit Bruce Lee fotografieren lassen, aber an dieser Statue warten schon sehr viele andere. Auf dem Heimweg kommen wir an vielen teuren Läden wie Armani, Gucci etc. vorbei, vor denen lange Schlangen wohlhabender Chinesen warten. Die edlen Klamotten sind hier teurer als bei uns, trotzdem finden sich genügend Käufer. Vorbei sind die Zeiten, als man in Hongkong günstig shoppen konnte. Aber immerhin kann man noch günstig Metro fahren!

China: Linksverkehr und Spuckverbot



25.08

Mit einem Schnellboot brausen wir nach Hongkong und finden uns in einer anderen Welt wieder: Die Leute hier sind so diszipliniert - niemand spuckt auf den Boden, die Autos halten an den roten Ampeln, niemand eröffnet auf einer 2-spurigen Straße eine dritte bzw. vierte Spur. Wir können uns mit den Einwohnern gut auf Englisch verständigen. Erstaunlich sind die vielen Wolkenkratzer aus Glas und Beton. Wir wohnen auch in einem und zwar im 28. Stock. Kann es sein, dass der Boden hier oben leicht schwankt oder bilden wir uns das nur ein?
Nachmittags fahren wir mit einer extrem langen U-Bahn (ohne Zwischentüren) und einer ziemlich alten Fähre hinüber nach Hongkong Island, dann mit der Peak Tram, einem Schrägaufzug, auf den so genannten Peak, von dem aus man die Hochhäuser besonders gut sieht. Tausende von Touristen sind mit uns hier oben, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Während die Sonne nach Westen wandert, sitzen wir auf der Terrasse bei McCafe und schlürfen unsere Getränke. Es gibt hier erstklassige Torten! Dann wird die Sonne zu einer roten Kugel und verschwindet recht unspektakulär im Dunst, daher gibt es auch kein Sunset-Foto von Hongkong. Den Rückweg treten wir zu Fuß an, da die Warteschlange am Schrägaufzug immer länger wird. Wir nehmen die Abkürzung durch einen menschenleeren Park. Es ist doch ratsam, überall eine Taschenlampe mitzuführen, selbst in einer Weltstadt!

China: Wo man alles isst, was kreucht und fleucht





24.08

Heute sitzen wir fast den ganzen Tag im Bus, denn wir müssen über 500km bis zur Stadt Guangzhou zurücklegen, die früher Kanton hieß . Nach unserer Ankunft machen wir nicht mehr viel. Wir fahren mit der U-Bahn bis zu der Insel Shamian im Perlfluss, die früher von Engländern besiedelt war. Die Gebäude, die man hier sieht, könnten auch in einer europäischen Großstadt stehen. Die ganze Insel wirkt wie ausgestorben, selbst im Park gibt es weder Tänzer noch Turner, doch etliche Fledermäuse kreisen um die Bäume. Auf der anderen Seite des schmalen Flussarmes werden gerade die Läden geschlossen. In einem Geschäft sehen wir Schildkröten, die in Kisten verpackt werden - wahrscheinlich sind sie zum Verzehr bestimmt. Ein letztes Mal essen wir alle zusammen zu Abend, in einem Lokal, wo man nicht nur Rind, Schwein und Huhn serviert, sondern auch Schlange, Schildkröte, Krokodil und Frosch ... und wer weiß, was noch?

China: Radtour zum Mondberg






23.08

Radfahren ist hier eher eine Freizeitbeschäftigung für Touristen, denn der Chinese benutzt lieber sein Auto oder den Elektroroller. Als Radler kann man sich entweder in den dichten Verkehr auf den geteerten Straßen stürzen oder man rumpelt auf schlaglochreichen, steinigen Feldwegen durch Dörfer und an Reisfeldern entlang. In einem kleinen Ort steigen wir auf Bambusflöße um und treiben den Yulong- (Jadedrachen-) Fluss hinunter. Hier gibt es unzählige dieser Flöße: Auf jedem befinden sich zwei Sitzplätze und ein Sonnenschirm sowie ein Flößer mit Stange, der das Gefährt auf Kurs hält. Spannend wird es bei den Floßrutschen, über die man Höhenunterschiede überwindet. Man sollte die Rucksäcke nicht auf den Boden stellen und muss mit nassen Füßen rechnen. Manchmal muss man auch aussteigen, damit der Meister das Floß kippen kann und dabei kann es passieren, dass man auf den glitschigen Steinen ausrutscht und im Wasser landet. Manche der chinesischen Touristen führen Wasserspritzpistolen mit sich und veranstalten Wasserschlachten (Es gibt auch extra Flöße für größere Seeschlachten mit mehreren Personen!). Als wir das Floß verlassen, sind unsere Räder auch schon da und wir radeln weiter zum Mondsichelberg. Nachdem wir den Berg erklommen haben, stellen wir fest, dass die Fernsicht so schlecht ist wie überall in China!
Abend besuchen wir eine gigantische Light-und Sound-Show. Wir sitzen in der ersten Reihe. Hier sieht (und hört) man die singenden Mädels im Folklore-Gewand besonders gut, aber für den allgemeinen Überblick wären Plätze ein paar Reihen weiter hinten auch nicht verkehrt.

China: Fischfang mit Kormoranen






22.08

Yangshuo ist sehr touristisch: Restaurants, Hotels, Andenkenläden, Tourbüros en masse, ständig kommen neue Boote mit Tagesausflüglern aus Guilin an. Es gibt hier aber auch viel zu sehen und zu unternehmen: Abends machen wir einen Ausflug nach Fuli und besichtigen eine Fächer-Manufaktur, danach fahren wir mit einem Boot auf dem Lijiang-Fluss bis zum Dorf Liugong. In Ufernähe baden Wasserbüffel, einige´Männer ernten das Grünzeug, das hier im Fluss wächst. Auf der Rückfahrt freuen wir uns über den Sonnenuntergang, den ersten, den wir hier in China sehen, durch die Karstberge umso spektakulärer. In einem Restaurant in Fuli am Fluss bekommen wir ein mehrgängiges Abendessen serviert, ehe wir einem Kormoranfischer bei seiner Arbeit zusehen. Acht der großen schwarzen Vögel hat der Fischer dabei. Durch einen Ring um den Hals können die Kormorane nur kleinere Fische schlucken, die größeren landen im Korb des Fischers. Der Fortschritt ist auch hier zu erkennen: das Boot besteht nicht mehr aus Bambus, sondern aus PVC, es wird von einem Motor angetrieben und statt der Laterne verfügt der Fischer über eine helle elektrische Lampe, aber es ist trotzdem faszinierend, den geschickten Vögeln beim Fischfang zuzusehen.

China: 17 Stunden im Nachtzug




21.8.2011

Stundenlang fahren wir mit dem Zug von Kunming nach Guilin, in einem 6er-Abteil zusammen mit einer chinesischen Familie. Hier kommt keine Langeweile auf, ständig ist etwas los. Diverse Verkäufer schieben ihre kleinen Wägelchen durch die Gänge und bieten Fertigmahlzeiten, Obst, Getränke und Instant-Nudelsuppen an. Eine Putzfrau ist unterwegs, um die Toiletten zu reinigen und verschüttete Nudelsuppe aufzuwischen. Wir gehen mit der Thermoskanne auf die Suche nach kochendem Wasser und zeigen den mitreisenden Chinesen unsere Fotos auf dem Laptop. Man kann auch sehr gut im Bett liegen und lesen. Frühmorgens findet gleich eine Verkaufsveranstaltung statt. Eine kleine Frau preist zunächst Zahnbürsten an, später noch Wunder-Wischtücher. Sie hat eine erstaunlich laute Stimme und redet wie eine Wasserfall. Gegen 13.30 Uhr erreichen wir Guilin. Über der Stadt hängt eine dichte Dunstglocke, aber man kann doch die Karstberge erkennen, die auch auf den 20-Yuan-Scheinen abgebildet sind. Wirklich eine wunderschöne Landschaft! Ein Bus bringt uns nach Yangshuo, wo wir einige Tage bleiben werden.