Dienstag, 12. Februar 2013

Fast ins Wasser gefallen: der beste Fasching in Sizilien









Auf dem Weg in den Ostteil Siziliens machen wir Halt in Santo Stefano und besuchen einige Töpferwerkstätten .
Nach einer ziemlich langen Fahrt durchs Gebirge (Es liegt hier sogar noch Schnee!) erreichen wir unsere Unterkunft in Giarre. Dort erzählt uns unser Gastgeber vom Karneval in Acireale, das ganz in der Nähe liegt. Wir schaffen es auch, rechtzeitig vor Beginn des Faschingstreibens dort zu sein, doch ein Unwetter hat den Zug gestoppt. Eine Bäckerin erklärt uns , dass das Fest möglicherweise abgebrochen wird, was sehr schade wäre.  Zumindest können wir aber die Karnevalswägen ansehen, die mit ihren Figuren an den Kölner Rosenmontagszug erinnern. Die Zuschauer sind ihrerseits recht aktiv und besprühen sich gegenseitig mit buntem Schaum. Wenn man nicht aufpasst und ständig redet, hat man auch einmal recht schnell eine Handvoll Konfetti im Mund. Später setzt sich der Zug doch noch in Bewegung, etwa gleichzeitig mit dem wieder einsetzenden Regen. Das nasskalte, stürmische Wetter ist angeblich nicht typisch für Sizilien. Obwohl die geschmückten Wägen beleuchtet noch viel besser aussehen, bleiben wir nicht bis zum Feuerwerk um Mitternacht.




Montag, 11. Februar 2013

Ganz unten in der Kapuzinergruft und hoch über Cefalu








Heute, gleich nach dem Frühstück, besuchen wir die Mumien in der Kapuzinergruft. Der Anblick dieser mehr oder weniger verfallenen Leichen, teils im Totenhemd, teils im schwarzen Festtagsanzug bzw. Priesterornat ist schon ziemlich schaurig. Die Mumien hängen an den Wänden oder stehen in den Ecken herum, manche liegen auch ordentlich im Regal - es sind sicher einige Tausend. Ein kleines Mädchen, etwa 2 Jahre alt, ist noch sehr gut erhalten, es sieht aus wie eine schlafende Puppe.
Danach fahren wir nach Monreale und besichtigen den Dom, der stark an die Palastkapelle in Palermo erinnert, allerdings ist er viel größer und höher. Das Altarbild zeigt wieder Jesus, in der einen Hand ein Buch, zwei Finger der rechten Hand in die Höhe gestreckt. Der Dom wurde von William II in Auftrag gegeben, dem "guten König", der aber nicht viel Zeit hatte, das Gegenteil zu beweisen, da er nur 26 Jahre alt wurde (laut Führerin der englischen Rentnergruppe).
Heute übernachten wir in Cefalu, im Kalura-Hotel. An der Rezeption liegt der Krimi "Tod im Kalura" aus, ebenso in unserem Zimmer, einem geräumigen Appartment mit Meeresblick. Wir werden das Buch heute sicher nicht lesen! Nachmittags steigen wir ca. 280 Meter hoch, auf den Hügel neben dem Dom, von wo aus man auch unser Hotel erkennt. Es ist das große rote Gebäude hinten rechts auf dem letzten Foto. Im Dom von Cefalu entdecken wir wieder das bekannte Christus-Mosaik im Altarraum. Das hier ist angeblich das älteste. Bauherrr war Roger II, anscheinend der Großvater des guten William.

Sonntag, 10. Februar 2013

Sonntagnachmittag in Palermo: Hier steppt der Bär!





Was macht man am Sonntagnachmittag in Palermo? Auf diese Frage findet man nicht so schnell eine Antwort, denn: Was ist am Sonntagnachmittag in Palermo geschlossen? Praktisch alles. Läden, Schaufenster, Museen, Kirchen,  Parks. Die Katakomben. Friedhöfe... Ins Café könnte man noch gehen, sicher, aber wer wie wir in der kleinen Trattoria in der Via Cappucini zu Mittag gegessen hat, hat bis zum späten Abend keinen Hunger mehr. Antipasti, Pasta und vor allem der nahrhafte hausgemachte Nachtisch sind sehr gut, aber auch recht sättigend.
Vormittags haben wir glücklicherweise den Normannenpalast angesehen, eine der Hauptattraktionen Palermos, besonders die Kapelle mit den vielen goldverzierrten Mosaiken, auf denen biblische Szenen sowie diverse Heilige dargestellt sind. Gestern waren wir in einigen Kirchen und in der Kathedrale, die aber von außen wesentlich beeindruckender ist als von innen. In Palermo herrscht ein Wetter wie bei uns im April: Morgens gab es ein heftiges Gewitter mit Hagelschauer, danach kam die Sonne, später wieder ein Regenguss und so weiter.
So bleibt uns nichts anderes übrig, als nach einem längeren Spaziergang durch die menschenleeren Gassen Palermos mit dem Bus wieder in unser Hotel zu fahren, das etwas außerhalb auf einer Anhöhe liegt. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt, die umliegenden Hügel und das Meer..

Freitag, 4. Januar 2013

Winterurlaub in Südtirol





28. Dezember 2012 bis 2. Januar 2013

Wir müssen heuer wieder ziemlich weit fahren, um zwischen Weihnachten und Neujahr genügend Schnee zu finden. Da beim Konditor Trenker alles ausgebucht ist, suchen wir uns eine andere Unterkunft - ein Zimmer auf einem Bauernhof in Sexten in herrlicher Lage etwas außerhalb der Ortschaft mit Blick auf die Dolomiten und das Tal und einem eigenen Kruzifix im Vorgarten (Bild 1).
Am nächsten Tag laufen wir durchs Fischleintal bis zur Talschlusshütte und nachmittags in Gegenrichtung zum Gasthaus zum Klaus. Abends essen wir meistens in einer der vielen Pizzerien in Sexten.
Weitere Langlauftouren an den folgenden Tagen führen uns durchs Höhlensteintal (mit Dreizinnenblick und dem unglaublich schönen Toblacher See), durchs Gsieser Tal und über die Plätzwiese auf 2000 m Höhe.
Die Schneeverhältnisse sind optimal und die Temperaturen bewegen sich zwischen -10°C und -3°C, dazu scheint die Sonne fast den ganzen Tag.
Den Silvesterabend verbringen wir im Hotel St. Veit in Sexten, wo ein exquisites 8-Gang-Menü serviert wird und ein Alleinunterhalter mit Keyboard den ganzen Abend lang erstaunlich gut singt, offensichtlich sogar live. Nach Mitternacht wird getanzt.
Für den Heimweg am Mittwoch den 2. Januar brauchen wir einige Stunden länger als für die Anreise, weil auf sämtlichen Straßen sehr viele Autos unterwegs sind. In Mittelfranken herrscht trübes Wetter mit Dauerregen und die Landschaft ist komplett schneefrei.

Sonntag, 4. November 2012

Zeitreise ins griechische Altertum


3. November 2012

Heute an unserem letzten Tag bleibt uns noch Zeit für das Archäologische Nationalmuseum, in dem man Stunden verbringen könnte, um all die Statuen, bemalten Tonvasen und sonstigen Schätze zu bewundern. Besonders sehenswert sind Heinrich Schliemanns Goldfunde aus Mykene sowie die Reste der Ladung eines antiken Schiffswracks. Alles ist auch auf  Englisch beschriftet. Im Museum gibt es auch ein sehr gemütliches Café, in dem wir unseren vorletzten griechischen Kaffee trinken. Später machen wir einen längeren Spaziergang durch die Innenstadt und sehen uns einige Orte an, die uns besonders gut gefallen haben, etwa den Iroon-Platz in Psirri, den Monastiraki-Platz und einige Gassen in der Plaka.
Obwohl wir ein wenig wehmütig sind, dass es jetzt wieder zurück in die Kälte geht, sind wir andererseits auch erleichtert, ohne Probleme heimreisen zu können - für nächste Woche ist ein 48-stündiger-Metrostreik angekündigt.

Freitag, 2. November 2012

Noch mehr Ruinen und ein herrlicher Sonnenuntergang




2. November 2012

Morgens wundern wir uns über die Menschenmassen im Bus, erfahren aber am Syntagma-Platz, dass die Metro heute bestreikt wird. Zum Glück herrscht ideales Wanderwetter und wir erreichen die alten Steine, die wir heute besichtigen wollen, auch zu Fuß.
Zum Kloster Dafni, das von unserem Reiseführer empfohlen wird, gelangen wir mit dem Bus. Leider ist das Kloster mit seinen wunderschönen Mosaiken durch ein  Erdbeben im Jahr 1999 stark beschädigt worden und innen wie außen eine Baustelle. Wir dürfen innen aufs Gerüst steigen und sehen einige Mosaike ganz aus der Nähe - Fotos sind aber verboten.
Danach schauen wir im Akropolis-Museum vorbei. Das hypermoderne Gebäude ist selbst schon eine Attraktion, dazu kommen die zahlreichen Fundstücke - hauptsächlich Statuen und Tongefäße. Ein Videofilm zeigt die wechselhafte Vergangenheit des Tempelbergs, den man durch eine Fensterfront ständig im Blick hat.
Später stellen wir fest, dass man vom benachbarten Philopappos-Hügel nicht nur einen schönen Blick auf die Akropolis hat, sondern auch den Sonnenuntergang beobachten kann.  Bei einem guten Essen in der Thespis-Taverne (in der Plaka) lassen wir den Tag ausklingen.

Donnerstag, 1. November 2012

Alte Ruinen und Graffiti




1. November 2012

Der Wetterbericht hat Regen gemeldet, deshalb sehen wir uns hauptsächlich Kirchen und Museen an. Zunächst besuchen wir die letzen Säulen, die vom Tempel des Olympischen Zeus noch übrig sind. Danach sind einige Kirchen und Kapellen an der Reihe, an denen wir zufällig vorbeikommen. Innen duften sie stark nach Weihrauch und die vielen Ikonen und Gemälde sind im Dämmerlicht kaum zu erkennen.
Im Kerameikos-Museum werden Grabmäler und -beigaben aus antiker Zeit ausgestellt. Der antike Friedhof selbst ist ein riesiges Trümmerfeld, sicher eine Fundgrube für Archäologen.
Dann schlendern wir durch ein Stadtviertel, das uns richtig gut gefällt, weil es voller Leben ist: Psirri mit vielen kleinen Handwerksbetrieben und Graffiti an den Wänden. Wir entdecken ein ganz gutes Café. Leider können wir den Namen nicht lesen, aber Tische und Stühle sind bunt bemalt,  es gibt eine Riesenauswahl an süßem Gebäck und der Kaffee ist so stark, wie ihn die Einheimischen  mögen, mit viel Kaffeesatz.